Kristen Schlüter, CFA, Portfolio Manager Multi-Asset & Liquid Alternatives Solutions bei Gettex Exchange und Börse München
Mehr Exposure, weniger Rendite? Liefern gehebelte ETFs die erwartete Rendite?
Wie kann ein gehebeltes Produkt an Wert verlieren, obwohl der Basiswert im gleichen Zeitraum steigt? Entscheidend ist nicht nur, wo der Markt steht, sondern wie er dorthin gelangt. Genau hier kommt der sogenannte Volatility Drag ins Spiel.
Gehebelte ETFs und ETPs ermöglichen mit vergleichsweise wenig Kapital ein hohes Markt-Exposure. Ein 2x-Produkt bildet beispielsweise die tägliche Rendite seines Basiswerts mit dem Faktor zwei ab. Mit 50 Euro lässt sich damit zunächst annähernd dasselbe nominale Exposure aufbauen wie mit 100 Euro im Basiswert.
Entscheidend ist: Der Hebel gilt für einen Handelstag, nicht für einen beliebigen Anlagezeitraum. Über mehrere Tage kann die Wertentwicklung daher deutlich von „Basiswertrendite mal zwei“ abweichen. Ursache sind die tägliche Anpassung des Exposures und die daraus entstehende Pfadabhängigkeit.
Kurz gesagt: Ein täglicher Hebel ist kein langfristiger Renditemultiplikator.
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