Interview mit Ralf Johannsen, Senior Portfoliomanager Multi Asset und Taktische Allokation bei e-fundresearch
Wenn klassische Puffer versagen: Wie Multi-Asset-Profis heute absichern
Angesichts steigender Renditen im Zuge eines beginnenden Zinserhöhungszyklus der großen Notenbanken steht die Rolle klassischer Anleihen als stabiler Anker in Multi- Asset-Portfolios erneut auf dem Prüfstand. Zunächst eine Entwarnung: Die aktuelle Entwicklung verläuft weit weniger dramatisch als im Krisenjahr 2022!
Die Zinsen steigen langsamer als damals und die laufenden Erträge, welche die Kursverluste der Anleihen abmildern, sind deutlich höher. Unsere Portfolios zeichnen sich in 2026 durch eine im Schnitt leicht erhöhte Aktienquote und eine verkürzte Duration der Anleihen aus. Zudem haben wir alternative Assetklassen wie z.B. Volatilitätsstrategien und Cat Bonds spürbar zu Lasten der klassischen Anleihen höher gewichtet. Die dadurch auf Gesamtportfolioebene deutlich verkürzte Duration ist unsere wichtigste aktive Entscheidung in diesem Jahr.
Falls sich die Wirtschaft deutlich abkühlen sollte oder die Zinsen spürbar fallen, käme diese Ausrichtung unter Druck. Wir sehen aber gerade in Marktphasen wie dieser den Vorteil aktiver Ansätze, die sich nicht nur auf langfristige und nur vermeintlich stabile Korrelationen verlassen, sondern Quoten und Risikobudgets flexibel und meinungsstark allokieren.
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