Wenn Öl seine Sicherheitsprämie verliert
Beitrag von Ihsan Sat – Sustainable Asset Manager bei Warburg Invest, im Tagesspiegel Background:
Durch schwindende Berechenbarkeit bei fossilen Energien können mit diesen heute nicht mehr zwangsläufig sichere Erträge generiert werden, argumentiert Ihsan Sat, Sustainable Asset Manager bei Warburg Invest. Erneuerbare Energie auf der anderen Seite ist nicht gleichzusetzen mit einer riskanten Wette auf morgen.
Lange waren die Investmentargumente für Öl- und Gaswerte vergleichsweise eindeutig: etablierte Nachfrage, vorhandene Infrastruktur, hohe Erträge und eine zentrale Rolle in der globalen Energieversorgung. Selbst wer den langfristigen Druck durch Klimapolitik, Elektrifizierung und technologische Veränderung sah, konnte argumentieren: Kurzfristig bleiben fossile Geschäftsmodelle berechenbar.
Gerade im Vergleich zu erneuerbaren Energien war das ein zentraler Vorteil. Erneuerbare standen für strukturelles Wachstum, waren aber stärker abhängig von Zinsen, Förderregeln, Netzausbau, Genehmigungsverfahren und regulatorischer Stabilität. Für Investoren ergab sich daraus ein scheinbar klarer Zielkonflikt: fossile Energie als kurzfristig verlässlicher Cashflow, erneuerbare Energie als langfristige Wachstumsoption.
Diese Logik wird brüchiger…
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