Allokations-Experte Matthias Thiel: Was der US-Staatsanleihenmarkt über die US-Aktien im Portfolio verrät
Beitrag von Matthias Thiel, Head of Multi Asset bei Warburg Invest, in Denker der Wirtschaft bei DAS INVESTMENT:
Was der Anleihenmarkt über Ihre US-Aktien verrät
- Wer über US-Aktien und den Dollar urteilt, sollte zuerst auf den Markt schauen, den er womöglich gar nicht hält: den für US-Staatsanleihen. Dort zeigt sich zuerst, wie belastbar der Sonderstatus aller US-Anlagen ist.
- Dieser Status erodiert nicht durch äußere Rivalen, sondern durch Entscheidungen in Washington selbst – hinsichtlich Sanktionen, Schulden und der politischen Einflussnahme auf die Notenbank. Nur die Marktmechanik ist dagegen weitgehend immun.
- Viel wird über Diversifikation geredet, wenig umgeschichtet. Beruht die heutige US-Gewichtung noch auf einer bewussten Entscheidung – oder nur auf Gewohnheit?
Der US-Zollkonflikt, die zwischenzeitliche Abwertung des US-Dollars und eine schwer berechenbare Außenpolitik haben dazu geführt, dass viele Anleger ihre Allokation in US-Assets auf den Prüfstand stellen. Dabei galten US-Aktien und der US-Dollar lange als zuverlässige Zugpferde im institutionellen Portfolio. Der US-Aktienmarkt ist der größte und wichtigste der Welt, der US-Dollar die bedeutendste Leit- und Reservewährung. Trotzdem hat das makellose Image von US-Assets Risse bekommen.
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