Branche Technologie: Tech ist nicht gleich Tech!

Die Aktienmärkte, insbesondere in den USA, sind sehr stark von der Technologiebranche positiv getrieben.

Innerhalb dieser Branche lässt sich eine gewisse Zweiteilung feststellen, die sich in den letzten Monaten nochmals deutlich beschleunigt hat:

Der Aktienmarkt differenziert zwischen sogenannten KI-Gewinnern und KI-Verlierern.

Der Markt unterscheidet bei Technologieunternehmen zwischen denen, die durch die künstliche Intelligenz (KI) gewinnen sollten und solche, die zu den Verlierern zählen (könnten).

Bei den Gewinnern sind vor allem die Hersteller von Halbleitern zu finden, deren Kurse in der Vergangenheit teilweise exorbitant gestiegen sind. Zunächst waren (und sind) hier eher innovative Anbieter zu finden gewesen, die durch die Erfindung neuer Technologien sich einen Marktvorsprung erarbeiten konnten. In der jüngsten Vergangenheit sind dann auch eher etablierte Unternehmen aus dem Sektor gesucht, die in dem Bereich Speicherchips beheimatet sind. Galten diese Unternehmen bis vor Kurzem noch als technologisch abgeschlagen, wurde aber inzwischen deutlich, dass die Etablierung von KI ein hohes Ausmaß an Speicherchips benötigt. So hat sich die Gewinnerwartung auch dieser Halbleiterhersteller sehr stark erhöht, was sich in steigenden Kursen widerspiegelt.

Zu den Verlierern des KI-Booms zählen in erster Linie Softwareunternehmen. Der Markt befürchtet, dass die künstliche Intelligenz deren Geschäftsmodelle stark disruptiert. Hier erwartet der Markt starke Veränderungen, bis hin zu teilweiser Zerstörung bestehender Geschäftsmodelle. Dieser Bruch wurde besonders in der jüngsten Vergangenheit nochmals deutlicher in die Erwartungen an die künftigen Unternehmensergebnisse negativ eingepreist.

Die Schere zwischen diesen beiden Sektoren ist inzwischen auf ein extrem hohes Niveau auseinandergelaufen. Soll heißen: während die einen sehr hohe Kursgewinne (über 80% YTD) aufweisen können, sind die anderen, nicht nur relativ zum Markt, sondern auch absolut, unter Druck geraten (über 10% Verlust YTD).

Aktuell stellt sich die Frage, ob hier nicht eine zu starke Differenzierung durch die Kursentwicklung entstanden ist. Hier würden wir eher auf die (zu?!) negative Entwicklung bei Softwareunternehmen hinweisen.

Auch wenn sicherlich geschäftliche Anpassungen notwendig sind, erscheinen die Ausmaße der jüngsten Entwicklungen sehr extrem. Die bisherigen Unternehmensergebnisse und die Aussagen aus den besagten KI-Verlierern spiegeln solche Extreme u.E. nicht wider. So ergeben sich in dem Bereich aus fundamentalen Bewertungsgesichtspunkten interessante Anlagemöglichkeiten. Man sollte allerdings auf eine markttechnische Bodenbildung und auf ein verändertes Narrativ am Markt achten, bevor man größere Anlagen und/oder Umschichtungen in diesen Bereich hinein tätigt.

 

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