Warburg Gruppe erweitert ESG-Mindeststandards

Aug 23, 2022

Nach einer Konsultationsphase im Dezember hat MSCI ESG Research Ende Juni deutliche Änderungen in ihrem Kontroversen-Research vollzogen. Generell dient das Kontroversen-Research unseres ESG-Datenanbieters MSCI allgemein der Identifikation und Bewertung unternehmerischen Fehlverhaltens in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance.

Die Einstufung einer besonders schweren Kontroverse führte in der zurückliegenden Methodik unwiderruflich zu einer sog. „Red Flag“. Diese hatte grundsätzlich einen Investment-Ausschluss innerhalb der Warburg-Gruppe zur Folge, welcher lediglich durch direkte Kontaktaufnahme mit dem betroffenen Unternehmen (sog. Engagement) und Freigabe durch das ESG Gremium der Warburg Gruppe bei positivem Ausblick aufgehoben werden konnte.

Nach der neuen MSCI-Methodik wurde nunmehr der Bereich besonders schwerwiegender Kontroversen stärker untergliedert, Kriterien ersetzt bzw. teilweise erweitert. Dies hat zur Folge, dass besonders schwerwiegende Kontroversen unter bestimmten Rahmenbedingungen nicht mehr mit einer „Red Flag“ geahndet werden.

Die Warburg Gruppe hat sich angesichts dessen zu einer Erweiterung ihres Screening-Prozessen entschlossen, um sehr schwerwiegendes Fehlverhalten in nachhaltigen Themenbereichen in der gleichen Strenge und Stringenz wie bisher zu verfolgen und einer potenziellen Verwässerung entgegenzuwirken.

Hinsichtlich dem Aspekt von ESG Kontroversen erfolgt seit August dieses Jahres nunmehr ein zweistufiges Vorgehen:

Unternehmen fallen unwiderruflich aus dem investierbaren Bereich, wenn sie von MSCI ESG Research eine „Red Flag“ erhalten – dies ist gleichbedeutend mit einem Verstoß gegen die 10 Prinzipien des UN Global Compact. Unternehmen, denen trotz sehr schwerer Kontroverse keine „Red Flag“ ausgesprochen wird, unterliegen nunmehr dem ehemaligen grundsätzlichen Ausschluss mit Mitwirkungsrechten des ESG-Gremiums der Warburg Gruppe.

Die Vorgehensweise in den beiden anderen Teilbereichen des Mindeststandards – klarer Ausschluss von Unternehmen im Zusammenhang mit kontroversen Waffen und die Methodik zum Umgang mit Unternehmen, die Umsätze mit Thermalkohle oberhalb festgelegter Freigrenzen erzielen – wurden nicht verändert.

Mit diesem Mindeststandard werden bereits einige Principal Advers Impact Indikatoren (PAIs) in den Anlageentscheidungen der Warburg Gruppe berücksichtigt, die regulatorisch in der EU-Offenlegungsverordnung konkret geregelt sind.

Durch die Weiterentwicklung unser ESG-Mindeststandards als auch darüberhinausgehender Nachhaltigkeitsanstrengungen auf Konzernebene wollen wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung weiter gerecht werden und das Fundament für ethisch, soziale und ökologische Anlagen kontinuierlich ausbauen.

 

 

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