Behavioral Finance: Warum Vorurteile bei der Zusammenstellung von Aktienportfolios Geld kosten

Thu May 17 14:18:25 CEST 2018

Viele Investoren ignorieren sehr oft Unternehmen, die in der Vergangenheit nicht performt haben. Eine Underperformance kann mehrere Gründe haben:

  • Die Branche ist im Umbruch, und so unter Druck oder
  • das Unternehmen ist selbst das Problem.

Messbar verschlechtern sich die Qualität des Managements und die Bilanz und Erfolgskennzahlen. Schlussendlich wird es Konsens im Markt: Analysten und Anleger folgen dem Trend und werden pessimistisch und voreingenommen.

Dieses Phänomen beschreibt die Verhaltensökonomik („behavioral finance“) unter dem Stichwort „Recency“ Menschen prognostizieren häufig durch Trendextrapolation, das heißt sie schreiben die Vergangenheit linear in die Zukunft fort. Wirtschaft und Börse sind aber keine linearen, sondern sehr komplexe Gebilde, die durch Rückkoppelungs- sowie selbstkorrigierende Prozesse gekennzeichnet sind.

Deshalb ignorieren viele Investoren wegen dieser „Vorurteile“ die Änderung der Umstände oder nehmen sie nicht wahr. Die Entscheidungsgrundlage ändert sich stetig: Vielleicht wurden die Hausaufgaben vom Management endlich gemacht, oder die Umgebung hat sich verbessert, oder beides.

Die vergangenen Jahre halten viele Beispiele bereit:

  • Eine große Überraschung erlebten Investoren beispielsweise bei Versorgern. Der Sektor war acht Jahre lang uninteressant – oder auf neudeutsch „dead money“. Trotzdem konnten Anleger in den vergangenene beiden Jahren sehr gute Investitionsmöglichkeiten finden.
  • Die Lufthansa-Aktie war bei Weitem die best-performante Einzelaktie im DAX-Index in 2017, doch kaum jemand hat daran partizipiert.
  • Bankaktien waren bis 2016 die Schlusslichter der Börse, aber die Lage hat sich geändert: die Zinsen steigen, die Kapitalstruktur wurde hergestellt, die Aktien sind wieder investierbar.

Anleger müssen die besten Investitionen immer mit offenen Augen suchen und sich nicht auf Gewohnheiten und Vorurteile verlassen, sonst verpassen sie möglicherweise die besten Chancen im Markt. Deshalb praktizieren wir bei Warburg Invest mit voller Überzeugung unseren dualen Ansatz; eine Mischung aus quantitativer Entscheidungsvorbereitung bzw. –unterstützung und menschlichem „Brain“, zum Beispiel im Warburg Zukunft-Strategie-Fonds.

Die quantitative Analyse des Marktes lenkt den Blick auf günstig bewertete Unternehmen nach Kurs-Buchwert-Verhältnis etc. Sie zeigt auch auf, wenn Trends brechen und sich neue etablieren. Die letzte Entscheidung trifft bei uns jedoch immer der Mensch.

Nach oben